|
Joseph Beuys 1921-1986Joseph Beuys 1921-1986
_
Joseph Beuys 1921-1986Joseph Beuys 1921-1986
Beuys
Über sein umfassendes Verständnis von Plastik hat sich Beuys ausführlich geäußert. Seinen Überlegungen zugrunde liegt die Überzeugung, daß jede Äußerung, jede Verständigung, das
Produkt eines plastischen Prozesses ist:
"Ja, ich meine, es gibt ja für den Menschen überhaupt gar keine Möglichkeit, sich einem anderen gegenüber auszudrücken, als durch einen Stoffprozeß. Auch wennich spreche, brauche ich ja meinen Kehlkopf, Knochen, Schallwellen, ich brauche zum Beispiel die Substanz Luft; sie brauchen unbedingt so eine Membrane im Ohr, sonst würden sie meine Sprache gar nicht hören.
Es gibt keine Möglichkeit, sich zu vermitteln, als durch einen Abdruckcharakter in einem bestimmten Material.
Und für das eine werden weniger feste Stoffe gebraucht als für das andere. Aber imgrunde ist es das gleiche, ob ich nun spreche oder Eisenteile zusammenbringe und damit einen Gegestand produziere. Es bleibt zur Information immer das Ergreifen von stofflichen Zusammenhängen, ganz allgemein."
(G1979 HARLAN, S. 66)
Motor und Garant aller Verständigung aber ist das
Denken als plastisches Vermögen:
"Für mich wurde es zu einer Voraussetzung für das Werden einer Skulptur, daß zuerst eine innere Form im Denken und Erkennen zustande käme und diese dann ausgesprochen werden könnte in der Prägung des materiellen Stoffes."
(BEUYS 1985, S. 198)
Aus diesem Verständnis heraus kann Beuys zum Beispiel seine Zeichnungen als "Denkformen" bezeichnen.
(Aus: Theodora Vischer, Joseph Beuys, Die Einheit des Werkes, Köln 1991)
HOME
_
LEBEN
DENKEN
PLASTIK
ZEICHNUNG
ANDERES
BILDER
© Michaela Gerum 1998