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Und wie kam Beuys zu dem Hut? Ganz einfach – er war äußerst empfindlich am Kopf. Die schweren Kriegsverletzungen, insbesondere der Flugzeugabsturz auf der Krim, waren die Ursache dafür. Zudem hatte er sehr dünnes Haar. Zuerst trug er eine Baumwollmütze, dann entdeckte er, daß er als Hutträger sehr geeignet war. Die Zahl der Hüte, die er sich seit Anfang der sechziger Jahre kaufte, ist beachtlich, zumal ihm mit zunehmender Berühmtheit das eine oder andere Stück abhanden kam.
Beuys pflegte seine Hüte in London zu kaufen, Marke Stetson. Er nahm den Hut nur bei ganz bestimmten Anlässen ab – etwa bei der Beerdigung seines Galeristen Alfred Schmela. An diesem Tag trug er statt Jeans und Anglerweste einen grauen Filzanzug. Für Eva Beuys war der Filzhut ein so realistisches Stück Beuys, daß sie ihn gar nicht mehr wahrnahm. Ein paarmal hat Beuys den Hut auch seiner Kunst geopfert, indem er das teure Stück als Objekt verarbeitete. Wenn er provozieren wollte oder zur Selbstironie aufgelegt war, pflegte er Fragen nach seinem Hut damit zu beantworten, daß er zu oft abgestürzt sei und eigentlich einen Dachschaden davongetragen habe.
(aus: Heiner Stachelhaus: Joseph Beuys, Düsseldorf 1991, S. 215)
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