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Joseph Beuys 1921-1986Joseph Beuys 1921-1986
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Joseph Beuys 1921-1986Joseph Beuys 1921-1986
Beuys
Auf die Frage, ob der graue Filzanzug an Strafgefangenenkleidung erinnern solle, antwortet Beuys, er habe daran gedacht, aber es sei kein direkter Bezug dazu: "Die Leute sind sehr
kurzsichtig, wenn sie sagen: Der Beuys macht alles so mit Filz, und dann will er was aussagen vom KZ." Grau solle, so Beuys, auf die Netzhaut wirken und wie nach dem Schließen der Augen im Gegenbildprozeß als Nachbild eine farbige, lichte, eine "übersinnliche geistige Welt" provozieren. Er sei nicht am Grau und auch nicht am Schmutz interessiert: "Ich bin an einem Prozeß interessiert, der viel weiter reicht."

Stern: "Gibt es eine Erklärung für Filz, gibt es eine "Übersetzung" für Fett?"

Beuys: "Ja, aber nicht im Sinne von Bedeutung. Das würde ja heißen, daß hinter der Idee eines Kunstwerkes das Eigentliche steht. Damit käme man ja wieder in diesen verkommenen Ästhetik-Begriff, daß das Kunstwerk selbst nicht die ganze Sache ist, sondern nur, was als Idee dahintersteht. ... Man kann Bildbeschreibungen machen, kann den begrifflichen Zusammenhang schildern, der dahin geführt hat, daß solche Materialien benutzt werden. Das kann man. Aber nicht in dem Sinne, das und das soll das bedeuten."

Ebenso wie Fett und Filz keine unhistorischen Materialien sind, ist auch die Farbe Grau aus Beuys´ Jugend nicht wegzudenken - sie war Teil des Bildungsangebots, des begrifflichen Zusammenhangs.

(ausFrank Gieseke, Albert Markert: Flieger, Filz und Vaterland, Berlin 1996)
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© Michaela Gerum 1998