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In einem öffentlichen Vortrag anläßlich der "documenta 6" in Kassel im Jehre 1977 hat Beuys die erkenntnistheoretische Logik, auf der sein Denken basiert, sehr genau dargestellt und gezeigt, wie er aus rein theoretischen Überlegungen zu seinem ganz praktischen Kunstbegriff kommt. Zunächst geht er dabei von der ganz allgemeinen Fragestellung aus, wie sich sein "Erweiterter Kunstbegriff", also insbesondere der Satz "Jeder Mensch ist ein kreatives Wesen" theoretisch begründen lasse. Kreativität, so Beuys, bedeute erst einmal nichts anderes, als daß eine Schöpfung frei sein müsse, denn der Begriff der Kreativität schließe Unfreiheit a priori aus. Man müsse sich aber fragen, wo diese Kreativität ihren Ursprung habe: "(...) bereits im Denken", so Beuys, "liegt der Formvorgang begründet, der dann durch meine Leibesorgane und andere Werkzeuge als Abdruckcharakter in die Welt und dort zu einer Form kommt, die informiert (...)"
(Wolfgang Zumdick: Über das Denken bei Joseph Beuys und Rudolf Steiner, Basel 1995)
--- Das Unsichtbare --- Das erweiternde bildnerische Denken --- Beuys und Steiner --- Schöpfung ---
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